Schriften

Das Museum für Druckkunst besitzt eine deutschlandweit einzigartige Kollektion an Blei- und Holzlettern, Matrizen und Stahlstempeln. Die zahlreichen Schriftarten europäischer und orientalischer Herkunft entstammen bedeutenden Schriftgießereien.

 

Matrizen der Kleukens-Initialen

Holzbuchstaben für große Schriftgrade

Holzbuchstaben für große Schriftgrade

Schmuckelemente

Digitalisierte Version der Schrift Kristall Grotesk

Anwendung der Kristall Grotesk auf Wegweisern

Leipzig, Berlin und Frankfurt/Main waren lange Zeit die Zentren des Schriftgusses in Deutschland. Die dort ansässigen Schriftgießereien lieferten Bleilettern in alle Welt und setzten internationale Impulse für die Schriftgestaltung. Ein Teil dieses Erbes befindet sich heute in der Sammlung des Museums.

 

Große Bestände beherbergt das Haus bspw. von den Schriftgießereien Ludwig & Mayer Frankfurt/Main und der Reichsdruckerei Berlin (samt zahlreicher Original-Stahlstempel), Typoart Dresden und der Bauerschen Gießerei Frankfurt/Main. Weitere Firmen wie H. Berthold AG Berlin, C.E. Weber Stuttgart sowie des Lettern-Service Ingolstadt sind ebenso mit Beständen vertreten.

 

Mit dem Maschinensatz entstanden zum Ende des 19. Jahrhunderts neue Matrizenformen, die für den rationalisierten Arbeitsprozess an Zeilensetz- und -gießmaschinen benötigt wurden. Neben den entsprechenden Maschinen befinden sich in der Sammlung exemplarische Schriftenbestände für die Systeme von Linotype, Typograph und Ludlow. Ein umfangreicher Fundus von Diatype-Schriftscheiben der H. Berthold AG aus Berlin dokumentiert die damals in die neuen Techniken überführten Schriften.

 

Ein gesonderter Sammlungsbereich umfasst rund 75.000 Holzbuchstaben, die etwa 700 verschiedene in Holz gefräste Schriftarten abbilden. Die Holzbuchstaben, einst für den großformatigen Einsatz von Schrift geschaffen, liegen in Schriftgrößen von 26p (ca. 1 cm) bis zu unglaublichen 110c (ca. 50 cm) vor. Matrizensätze und Bleilettern für Fremdsprachen wie Hebräisch, Russisch, Griechisch, Arabisch, Persisch, Koptisch, Georgisch, Sanskrit sowie Hieroglyphen sind ebenso in der Sammlung vorhanden.

 

Im Jahr 2008 wurde die erste Schrift aus der Sammlung digitalisiert. Seit Mai 2011 findet sie — die Kristall Grotesk — im Leipziger Stadtraum Anwendung. Die Straßenschilder der Kulturwegweisung „Westkultur“ wurden in der Kristall Grotesk gesetzt. Die Anwendung dieser originären Leipziger Schrift im öffentlichen Raum ist ein besonderer Hinweis auf die historische Bedeutung Leipzigs als Ort der Schriftgestaltung und -herstellung mit einer über 100jährigen Tradition. Die Schrift wurde von Elsner+Flake Type Consulting GmbH als digitale Replik erstellt. Die Verwendungsrechte an der Schrift besitzt das Museum für Druckkunst Leipzig, der Vertrieb erfolgt über den Online-Shop der Elsner+Flake Type Consulting GmbH unter www.fonts4ever.com.