Frans Masereel und seine Arbeiten für die Presse

Eröffnung:

Dauer:

„Soziale Fragen haben mich immer bewegt, und ich habe nie verstanden, wieso ein Künstler sich dafür nicht interessieren kann.“

Frans Masereel (1889–1972) war ein belgischer Grafiker, Zeichner, Maler und der bedeutendste Anti-Kriegskünstler des vergangenen Jahrhunderts. Er wurde vor allem durch seine Holzschnitte bekannt und prangerte in seinen Arbeiten soziale Ungerechtigkeit, Despotie und Krieg an. Künstlerisches Schaffen war für ihn weniger Auseinandersetzung mit sich selbst, als Auseinandersetzung mit der Gesellschaft und deren Zustand.

 

In der Ausstellung „Frans Masereel und seine Arbeiten für die Presse“ zeigt das Museum für Druckkunst Leipzig einen wichtigen Schaffensbereich des Künstlers. Ab 1913 veröffentlichte er seine Grafiken und Zeichnungen in verschiedenen Zeitschriften und Zeitungen, u.a. in Frankreich, der Schweiz und Belgien. Ungefähr 100 dieser Abbildungen werden in der Ausstellung zu sehen sein. Darüber hinaus werden drucktechnische Aspekte seines Schaffens präsentiert, speziell der Holzschnitt, aber auch die Herstellung von Zeitungen und Zeitschriften Anfang des 20. Jahrhunderts. Maschinen wie die Linotype oder die Schnellpresse, die in der Ausstellung auf Fotografien vertreten sind, können bei einem anschließenden Rundgang durch die Museumssammlung in Aktion erlebt werden.

Frans Masereels Werk wurde maßgeblich von den historischen und gesellschaftlichen Ereignissen Anfang des 20. Jahrhunderts bestimmt und lässt sich nur in deren Kontext verstehen. Er war 24 Jahre alt als der erste Weltkrieg ausbrach, und 56 Jahre als als der zweite Weltkrieg endete. Die meisten seiner Hauptwerke entstanden in dieser Zeit. Angesichts dessen ist es kaum verwunderlich, dass seine Arbeiten vor allem soziale Ungerechtigkeit und Krieg thematisieren. Stets war er getrieben von der Frage wie ein Künstler adäquate Ausdrucksmittel finden kann, um das Grauen des Krieges abzubilden und zu verarbeiten. Dafür entwickelte er eine unverwechselbare Bildsprache um die gesellschaftlichen und sozialen Übel seiner Zeit satirisch und unmissverständlich abzubilden.

 

Die Ausstellung wurde vom Deutschen Zeitungsmuseum in Wadgassen (Saarland) in Kooperation mit der Frans Masereel Stiftung Saarbrücken konzipiert und realisiert. Eine Begleitpublikation ist erschienen.

Zurück