Werkstatt für Holzstich (Xylographie)

Im Herbst 2008 gelang es dem Museum für Druckkunst, seine Sammlung um diese voll funktionsfähige Werkstatt für Holzstich zu erweitern und damit das Wissen über das aussterbende Handwerk der Xylographie zu erhalten.

Die Werkstatt für Holzstich stammt von Rudolf Rieß aus Nürnberg, einem der letzten heute noch tätigen Xylographen in Deutschland. Sie umfasst alle wichtigen Geräte und Schneidwerkzeuge dieses im 19. Jahrhundert hoch geschätzten Handwerks. Denn wer kennt heute noch eine Plattenkamera zur Reproduktion von Bildmotiven, eine das Licht bündelnde Schusterkugel oder eine seltene Tonschneidemaschine, mit welcher der Xylograph feinste Schraffuren im Holzstock erzeugt.
Firmenschild der Offizin Rudolf Rieß
Detailliert wie ein Kupferstich, erleichterte der Holzstich im 19. und frühen 20. Jahrhundert die Herstellung von Illustrationen in Büchern, Zeitschriften und Zeitungen, weil Bilder und Texte zusammen in einer Form auf der Buchdruckmaschine produziert werden konnten. Darüber hinaus zeigt die Werkstatt eine Vielzahl an historischen Bildbeispielen aus unterschiedlichen Anwendungsbereichen sowie zahlreiche Originalholzstöcke und deren Abformungen in Blei und Kupfer, wenn höhere Auflagen gedruckt wurden.

Integriert ist die Werkstatt für Xylographie in die aktive Schriftgießerei des Museums, damit Text- und Bildvorlagen in ihrer Herstellung in Zukunft gemeinsam vorgeführt werden können.