Die Kunst des Lichtdrucks

23. November 2011 bis 22. Januar 2012

Eröffnung am 22. November, 18 Uhr

 

Führungen im Lichtdruck-Kunst Leipzig e. V.
(Nonnenstraße 38, 04229 Leipzig)

Sonntag, 04., 11.12.2011 sowie 15.01.2012, jeweils 14.30 Uhr

Unter dem Titel „Die Kunst des Lichtdrucks“ zeigt das Museum für Druckkunst Leipzig ab dem 23. November 2011 originalgrafische Werke von zehn zeitgenössischen KünstlerInnen.
 

Ökonomisch uninteressant weil zu kostspielig, dafür aus künstlerischer Perspektive umso reizvoller widmete sich das Lichtdrucksymposium (17.-28.10.2011) auch in diesem Jahr der Vielfältigkeit dieses besonderen Druckverfahrens. Das Symposium fand in Kooperation des Bundes Bildender Künstler Leipzig e. V. mit dem Lichtdruck-Kunst Leipzig e. V. zum vierten Mal statt.

 

Während des 14tägigen Symposiums konnten Ruth Mairgünther, Bettina Francke, Marko Raffler, Britta Schulze und Christiane Werner ihre Ideen auf die mit Chromgelatine beschichtete Glasplatte auftragen. Die Ergebnisse des kreativen Prozesses, bei dem getupft, geschnitten, gepinselt, gerissen und schabloniert wurde, zeigt das Museum für Druckkunst mit der Ausstellung „Die Kunst des Lichtdrucks“.

 

Erstmalig werden auch die Ergebnisse des Lichtdrucksymposiums 2010 in diesem Rahmen ausgestellt. Beteiligt waren: Franziska Möbius, Robert Pasitka, Karin Pietschmann, Vicky Ritter und Ulrike Schuckmann.

 

Die Ausstellung ist eine Kooperation des Museums für Druckkunst mit dem Bund Bildender Künstler Leipzig e.V. (BBKL e. V.) und dem Lichtdruck-Kunst Leipzig e. V. und wird von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen sowie vom Kulturamt der Stadt Leipzig unterstützt.

 

Der Lichtdruck gilt als die edelste und vollendetste Reproduktionstechnik im Druckhandwerk. Bedauerlicherweise existieren weltweit nur noch zwei Lichtdruckwerkstätten: in Kyoto und Leipzig. Das Wissen um diese Drucktechnik und ihrem Handwerk droht verloren zu gehen, denn in der Lichtdruckwerkstatt in Leipzig arbeitet nur noch ein ausgebildeter Lichtdrucker. In Anbetracht dieser brisanten Situation hat der Lichtdruck-Kunst Leipzig e. V. die Aufnahme in die UNESCO-Liste des zu schützenden immateriellen Kulturerbes der Menschheit im Jahr 2008 beantragt.

 

Entwickelt wurde das Lichtdruckverfahren von den Pionieren der Fotografie Mitte des 19. Jahrhunderts. Die industrielle Reife erlangte das Lichtdruckverfahren durch den Münchener Hoffotografen Joseph Albert. Er verwendete Glasplatten, die mit einer Chromgelatineschicht bedeckt und unter dem Negativ des Originals belichtet wurden. Während der III. Deutschen Fotografischen Ausstellung in Hamburg 1868 überraschte Joseph Albert das Fachpublikum mit seinen Lichtdruckarbeiten und erzielte bei der Vervielfältigung der Fotografien den höchsten Qualitätsstand, der bis heute nicht übertroffen wurde. Von jeder Platte können nur etwa 500 – 800 Drucke gemacht werden. Alle Bemühungen, das arbeits- und zeitaufwendige Verfahren für Massenauflagen wirtschaftlich zu gestalten, ohne ihm seine qualitative Überlegenheit zu nehmen, scheiterten weltweit. Jedoch existiert keine andere rasterlose Drucktechnik mit der es möglich ist, so feine Linien und Verläufe in allen Tonwerten in einem Druckgang herzustellen. Denn die tiefsten Schatten bleiben durchzeichnet, die Halbtöne echt, die Lichter zart bis spitz.

 


 

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